Poetry

Spaziergang durch das alte Leben

Das ist so ein undefinierbares Gefühl, was ich habe, wenn ich durch all diese altbekannten Straßen laufe, und merke, dass sie doch so fremd geworden sind. Das schöne daran ist, dass ich froh bin, dass ich sie kaum mehr erkenne.
Wie die Last ihnen auf den Dächern hängt.
Ich kann mittlerweile die Blicke genießen, die einen röntgen, als wäre man schon immer fremd und nie da gewesen, weil sie einen selbst nicht mehr erkennen, oder nicht mehr erkennen wollen.
Dann die, die einen mustern, als wäre man nie weg gewesen, wie das eben immer war.
Die, denen das Fragezeichen auf der Stirn auf 100 Metern Entfernung anzusehen ist, – was man hier wohl macht, nach all der Zeit. Oder was man meint, hier zu suchen.
Den schönsten Ausblick habe jedoch immer noch ich:
Ich habe die klare Sicht auf die verschwommene Wahrnehmung des Lebens, die diese Menschen hier nach wie vor haben. Sie versinken in der Routine, im pausenlosen Wiederholen dieser naiven Gesten und Worten, dem Laufen in einem kreisrunden Loch, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Sie irren umher und haben nichts gelernt in all der Zeit und das alles, weil sie sich selbst an der immergleichen Stelle gefangen halten und nach dem Motto leben, dass das Risiko zu gefährlich ist.
Ich bin froh, dass ich aus ihren Fehlern gelernt habe und ich bin froh, dass ich angefangen habe, meine Leiter, die aus diesem Loch führt, mit meinen bloßen Händen zu bauen.
Es hat sich nichts verändert.
Es hat sich so viel verändert.

 

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