Allgemein Nachtgedanken Society

GENERATION SOCIAL MEDIA | Warum wir öfter „offline“ gehen sollten

Viel zu oft wünsche ich mir, ich könnte mir mal einen “offline day” nehmen. Mal das Handy ausgeschaltet lassen und meinen Laptop nicht anfassen und erst recht keine Whatsapp-Nachrichten checken. Aber das wirklich in die Tat umzusetzen erweist sich ja doch als schwierig. Ich muss erreichbar sein, falls irgendetwas passiert; erreichen können, falls ich mich mal wieder nicht auf Bus und Bahn verlassen kann oder irgendwelche Termine habe. Und schließlich erwarten ja die Follower, dass man was von sich sehen lässt. Aber es gibt so Vieles, was mich daran stresst, ständig erreichbar sein zu müssen. Immer mein Handy in vibrationshörbarer Nähe zu haben, kommentierbereit und selfiereif zu sein. Hab ich denn da auch noch irgendwo mein Privatleben? Das, in dem ich in Jogginghose und ungeschminkt auf dem Sofa sitzen kann und die Unaufgeräumtheit meines Lebens sein lassen kann? Um solche Dinge mache ich mir in letzter Zeit Gedanken. Denn letztlich gibt es trotz aller Vorteile auch viele Nachteile an unserem Online-Leben.


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Auf der einen Seite ist es natürlich schön, dass man durch Netzwerke wie Facebook und Co. Kontakte in der ganzen Welt pflegen kann. Aber dadurch verliert man auch den Kontakt zu sich selbst und zu seiner Umgebung. Viel zu oft surft man durch die unendlichen Wellen von Instagram, Tumblr oder Snapchat, fühlt sich, als würde man die Menschen dort persönlich und wirklich gut kennen, die vielleicht Hunderte, gar Tausende Kilometer von einem entfernt wohnen, aber vergisst dabei, dass die Menschen um einen herum eigentlich viel wichtiger sind. Anstelle eines Treffens mit diesen kann man sich ja auch schnell schreiben. Ist ja viel einfacher. Doch dadurch entstehen auch immer so viele Missverständnisse, die sich durch funktionierende Kommunikation meistens vermeiden ließen. Und mit funktionierender Kommunikation meine ich Sprache, Mimik und Gestik. Und ich merke oft, dass einige Leute in meinem Alter diese Art der Kommunikation verlernen. Was uns auch schon zum zweiten Punkt bringt.

Ich will ja keiner dieser Leute sein, die die “Jugend von heute” an den Pranger stellt, aber was mich wirklich stört sind die Kinder, die sich im Bus direkt vor einen stellen, nicht sehen, wohin sie laufen weil sie in das ins Querformat gedrehte Handy starren, den Ton auf 100% Lautstärke gedreht haben und einem am besten noch den Ellenbogen in den Bauch rammen – beim wildgestikulierenden 24-h-Zocken. Es ist ja nicht so, dass ich selbst nie Spiele auf dem Handy spiele. Das begrenzt sich dann aber auch auf Quizduell, Stadt Land Fluss und Temple Run. Ich weiß nicht, was passieren würde, wenn man diesen Kindern ihr Handy für die Zeit außerhalb der Schule wegnehmen würde, ob sie dann noch wissen würden, was sie mit ihrer Zeit anfangen könnten. In diesen Momenten bin ich froh, dass ich mein erstes Smartphone (und zwar nach sehr langer Debatte und zahlreichen Streits) in der achten Klasse bekommen habe. Die Handys die ich davor besaß konnten lediglich mit Spielen wie Snake und Bounce (ja, das gute alte Stein-Nokia). Dafür wusste ich, was ich mit meiner Zeit machen will. Sport, Freunde treffen und in der Natur sein kam da nie zu kurz.

Jedoch seit ich älter bin und auch mehr Zeit am Handy verbringe, weil ich ja in Netzwerken wie Instagram, Tumblr etc. unterwegs bin (da ist es wieder, dieses Verantwortungsgefühl vor den Followern), erwische ich mich auch ziemlich oft dabei, mal wieder stundenlang durch Instagram zu scrollen, auf Tumblr schöne Bilder zu suchen, in Facebook dumme Kommentare und Tierbabyvideos anzuschauen (sorry, bei Tierbabys schmelze ich) oder Snapchatstories durchzuklicken. Und dabei ordentlich meine wertvolle Zeit zu verschwenden. Danach ärgere ich mich darüber, dass ich keine Zeit gefunden habe, um mal was Produktives zu machen, wie zum Beispiel aufzuräumen, zu putzen, zu lernen oder Sport zu machen. Deshalb bin ich eigentlich manchmal ganz froh, dass ich so viel unterwegs bin und es da kaum WLAN gibt 😛

Ja, mein Privatleben kommt da nicht zu kurz, auch wenn ich die Vorteile am Leben auf sozialen Kanälen durchaus schätze. Trotzdem bin ich immer froh über entspannte Abende mit Freunden, Musik und meinem Lieblingswein – auch mal ohne ständig auf’s Handy zu schauen. Oft bin ich eben sogar froh, wenn ich so beschäftigt bin, dass ich nicht einmal die Zeit habe, darauf zu schauen und mich dadurch ablenken zu lassen. Auf Tumblr bekomme ich auch sehr häufig Fragen (sogar auch von anonymen Usern), die ich nicht beantworte, weil sie mir zu persönlich sind und ich als Person auch meine Privatsphäre und mein Privatleben genieße. Ich finde, dass das Onlineleben und das Offlineleben eben getrennt werden sollten. Wie weit man die Grenzen setzen will, ist ja jedem selbst überlassen. Aber vor allem auf Snapchat sehe ich regelmäßig, wie Menschen ihr Leben so weit preisgeben, dass es eigentlich nicht mehr schön ist.

Ja, so viel Zeug findet man im Internet, jeder zeigt so Vieles von sich, es gibt tausende Infoportale, Onlinezeitungen, Blogs, Facebookseiten. Von überall wird man gefüttert, fast sogar erdrückt von Informationen. Da den Überblick zu behalten ist auch wirklich nicht so einfach. Immerhin kann man sagen, dass auf dem Großteil der Seiten einfach nur Füllmaterial steht. Man kann so leicht manipuliert werden, von dem was man liest. Manchen Menschen muss man eben jede Information vorkauen, man kann ihnen vorlegen, was man möchte, man könnte behaupten, die Erde sei doch eine Scheibe und manche Menschen würden es glauben, wenn man ein bisschen schön drumherum redet. Also, man wird jeden Tag mit falschen Informationen konfrontiert. Wie gesagt, nicht immer leicht.

Genau aus diesem Grund nehme ich mir in letzter Zeit öfter mal vor, mein Handy wegzulegen. Wie ich es jetzt im Urlaub in Marokko (Blogpost folgt) gemacht habe, das Handy einfach mal zuhause zu lassen. Mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen, lieber ein Stündchen Sport zu machen, rauszugehen, was auch immer. Die wenige Zeit, die ich eigentlich habe, mal wieder zu nutzen.

Und ihr? Was macht ihr, wenn ihr eure Freizeit ohne Handy verbringt?

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