Allgemein Nachtgedanken Travel

TRAVELLING ALONE | Eine Mutprobe an mich selbst

Seit vier Jahren hab‘ ich diesen Traum, Thailand zu bereisen. Dass ich nach dem Abitur für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen will, wusste ich eigentlich schon immer. Aber seit zwei Jahren bin ich jetzt an der Planung für meine Thailandreise und tatsächlich steht sie jetzt kurz bevor. Am Dienstag geht es los. „Wow, du gehst ganz alleine? Das ist ganz schön mutig!“ sagen die meisten Menschen. Bisher habe ich immer geantwortet, dass es wahrscheinlich erstmal ungewohnt sein wird, niemanden aus dem gewohnten Umfeld um mich herum zu haben, aber dass es im Endeffekt eine Erfahrung sein wird, die ganz, ganz wichtig für mich sein wird. Angst hatte ich nie. Aber jetzt, kurz vor der Reise, schleicht sich ganz heimlich so ein komisches Gefühl an.

Langsam kommt die Aufregung. Ich weiß nicht mal genau vor was. Es ist alles erledigt, was vor Reiseantritt zu tun ist. Ich habe alle nötigen Dokumente, bin gegen die wichtigsten Erreger geimpft, habe mich hinreichend über die Umstände in Thailand informiert und freue mich unendlich darauf, dass es jetzt bald losgeht. Ich weiß, wie viel Thai Baht für welche Güter angemessen sind, ich weiß, wie und wo ich dort verhandeln muss. Ich kann sogar ein paar wichtige Phrasen Thai und das war echt ein Krampf, das zu lernen. Eigentlich bin ich – wie immer – übervorbereitet. Es kann von meiner Seite aus wirklich nichts mehr schiefgehen. Eigentlich. Aber wahrscheinlich wird dort doch alles anders sein.

Ich weiß, dass es Momente geben wird, in denen ich Angst haben werde. Oder zumindest Respekt. Ich weiß nicht, wie ich mich zurechtfinden werde, wie ich mich dort alleine schlagen werde, wie viele andere Backpacker dort unterwegs sein werden. Wie leicht man andere Leute kennenlernt oder wie schnell man sich an die Kultur und an das dortige Leben anpassen kann, weiß ich auch nicht. Ob ich das Essen vertragen werde? Keine Ahnung. Obwohl ich mir bei einem fast halbstündigen Einkauf und Gespräch in der Apotheke jeweils ein paar Medikamente gegen nahezu jedes Symptom der Welt zugelegt habe, habe ich trotzdem Angst, ich könnte etwas vergessen oder übersehen haben. Und natürlich kann man auch immer das Pech haben, irgendwo ausgeraubt zu werden oder sogar Opfer einer Gewalttat zu werden. Ja, die Wahrscheinlichkeit ist womöglich hier sogar höher, aber irgendwie geht einem das doch durch den Kopf.

Aber wer wäre ich denn, wenn ich damit nicht umgehen könnte? Immerhin werde ich danach auf all die Momente zurückblicken und sagen können: „Die Angst hat mich nie aufgehalten. Ich bin über meinen Schatten gesprungen, ich hab so viel getan, was ich mich in meinen Träumen nicht getraut hätte.“ Und so geht es mir in ganz vielen Momenten in meinem Leben. Jedes Mal, wenn eine Aufgabe zu groß erscheint und ich mich dieser nicht gewachsen fühle, erinnere ich mich an die Momente in meinem Leben, in denen ich wahnsinnig viel Mut aufbringen musste, um die jeweiligen Dinge zu erreichen. „Hey, wenn du das damals erreicht hast, dann schaffst du das jetzt auch!“ habe ich mir immer mit einem inneren Lächeln selbst gesagt. Und es hat bisher immer Wunder gewirkt.

Auch dieses Mal wird es bestimmt wieder alles gut gehen. Selbst wenn diese etwas angsteinflößenden Vorstellungen und der Respekt vor der großen Reise trotzdem da sind. Ein bisschen Vorsicht und Aufmerksamkeit sind immer gut und wichtig. Die Gedanken sollten einen nur nicht so weit einschränken, dass man sich durch sie einschüchtern und aufhalten lässt. Deshalb nutze ich die Angst jetzt als Ansporn und als Motivation für eine neue Mutprobe an mich selbst, an die ich immer wieder stolz zurückdenken kann.

Habt ihr bereits solch eine Reise hinter euch? Wie waren eure Erfahrungen mit solchen Gefühlen? Oder seid ihr jetzt auch kurz davor und wie geht es euch dabei?

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